Der neue Chevrolet Colorado, der sich zur dritten Generation weiterentwickelt hat, sorgte aufgrund des stark gestiegenen Preises für viel Aufsehen, noch bevor er in Deutschland auf den Markt kam. Angesichts der Tatsache, dass der Preis des Vorgängermodells der zweiten Generation bei etwa 40.000 Euro begann, ist der Preis von 78.140 Euro für die voll ausgestattete Version nahezu doppelt so hoch.
Ich habe mir vor diesem Test auch Gedanken darüber gemacht, ob der Chevrolet Colorado den hohen Preis tatsächlich wert ist. Um es kurz zu machen: Es hängt davon ab, wer es kauft.
Zunächst müssen wir die Veränderungen im Design und die neuen Komfortoptionen betrachten. Wenn die zweite Generation des Colorado in Deutschland als ein Modell mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für Nutzer gedacht war, die den Pickup wirklich nur als solchen verwenden wollten, dann hat sich das mit der dritten Generation geändert.
Die dritte Generation hat sich zu einem „Premium“-Modell entwickelt, das nicht nur als amerikanischer Nutzfahrzeug gilt, sondern auch mit hochwertigen Komfortoptionen ausgestattet ist, die den Vorlieben des deutschen Automarktes entsprechen.
Die verbesserte Außengestaltung ist das eine, aber wenn man in den Fahrgastraum einsteigt, fragt man sich, ob man wirklich im Chevrolet Colorado sitzt.
Stattdessen findet man jetzt ein beeindruckendes 11-Zoll-Digitalinstrumentencluster, das an die Cadillac-Modelle aus dem GM-Konzern erinnert.
Der 11,3-Zoll-Center-Display, der kabelloses Android Auto und Apple CarPlay unterstützt, überzeugt durch eine klare Menüstruktur und einfache Bedienung. Auch die Qualität der Bedienelemente und Tasten im Klimabedienfeld hat sich deutlich verbessert.
Die Ledersitze mit Belüftung und Heizung bieten 8-fach elektrische Verstellmöglichkeiten. Es ist zwar schade, dass die Memory-Funktion nur für den Fahrersitz verfügbar ist, aber im Vergleich zum alten Modell hat sich der Pickup-Truck in ein luxuriöses SUV verwandelt.
Die Innenverkleidung, die zuvor aus billigem Plastik bestand, hat sich ebenfalls stark verbessert. Es scheint fast so, als hätte Chevrolet mit dieser dritten Generation des Colorado eine Strategie entwickelt, die nicht nur den amerikanischen Markt, sondern auch die asiatischen und europäischen Märkte berücksichtigt.
Nun sind endlich LED-Scheinwerfer und DRL-Leuchten erhältlich.
Der neue Colorado könnte eine hervorragende Wahl für Menschen sein, die nicht nur einen Pickup-Truck für den praktischen Gebrauch benötigen, sondern auch für modische Zwecke oder für Outdoor-Aktivitäten wie Camping.
Die Fahrqualität hat mich überrascht, da ich aufgrund des typischen Rahmens eines Pickup-Trucks nicht viel erwartet hatte. Obwohl es bei Unebenheiten und Bodenunregelmäßigkeiten eine Tendenz zum Wippen gibt, hat sich der Fahrkomfort im Vergleich zum alten Modell deutlich verbessert.
Der 2,7-Liter-Gasoline-Direkteinspritz-Turbomotor und das 8-Gang-Getriebe bieten eine Leistung, die im Vergleich zum 3,6-Liter-Saugmotor nicht weniger als ausreichend ist. Tatsächlich ist die Beschleunigung zu Beginn sogar deutlich besser geworden.
Die Trip-Computer zeigt eine kumulierte Kraftstoffeffizienz von etwa 9 bis 10 km/L an, was eine signifikante Verbesserung darstellt.
Im Bereich Offroad bietet der Colorado Funktionen wie Differenzialsperre, One-Pedal-Driving im Gelände, Hill Descent Control und eine Unterboden-Kamera, die die erforderliche Leistung für einen Pickup-Truck bieten. Allerdings habe ich bisher nur auf der Straße getestet, daher kann ich zu diesem Punkt nicht viel sagen.
Damit beende ich meine Rezension. Wenn der alte Colorado wie eine kostengünstige Version des vollwertigen Silverado wirkte, dann ist die dritte Generation eine rationale Wahl, die die Größe des Silverado nur minimal reduziert, aber gleichzeitig die beeindruckende Präsenz und die hochwertigen Komfortoptionen beibehält.





